"von mir geschrieben...Kurzgeschichten,Bikermärchen"

 

"Das kleine Bike"

In einem Motorradladen stand mal ein kleines Bike, es stand da schon sehr lange. Wie es da so stand sah es immer neue Motorräder kommen und wieder gehen. Da kamen immer Menschen und schauten sich die Motorräder an, die Maschinen waren viel größer als das kleine Bike, keiner wollte es haben. Nur kleine Kinder freuten sich wenn sie das kleine Bike sahen, sie setzten sich gerne darauf und taten so als wenn sie über die Straßen brausen würden, das waren die einzigen Momente wo das kleine Bike glücklich war. Nachdem es da so lange Zeit stand und keiner es haben wollte wurde es ins Lager geschoben, was es in eine große Traurigkeit stürzte. Da stand es im Halbdunkel und weinte vor sich hin.

Gleich neben dem kleinen Bike stand ein großes und schon sehr altes Bike. "Warum weinst du?" fragte das große Bike die kleine Maschine. "Weil mich keiner haben will, keiner braucht mich und keiner findet mich schön genug, "erwiderte die kleine Maschine, "nur die Kinder die manchmal in den Laden kommen haben sich an mir erfreut aber jetzt habe ich nicht mal mehr das." Leise weinte es weiter. "Hier in dem Lager ist es so dunkel und hier kommt bestimmt keiner her um zu schauen was man hier kaufen kann, "meinte es noch. "Doch hier kommen viele her, " erwiderte das große Motorrad, "alle die die sich keine neue Maschine kaufen wollen, entweder weil sie sich so eine nicht leisten können oder weil sie eine Maschine wollen, die schon Erfahrung hat." Das kleine Motorrad hörte auf mit weinen und fragte, " kannst Du mir von der Straße erzählen und von den Motorradfahrern die Du kennengelernt hast?"

"Hm, wo fange ich an;" brummte die große Maschine, " als ich noch neu war stand ich vorne in einem Laden, ich blitzte und strahlte nur so vor mich, damit die Menschen mich kaufen. Ständig schaute ich aus dem Schaufenster raus, ich wollte so gerne gekauft werden und auf die Straße dürfen. Eines Tages kam so ein Mensch rein und betrachtete mich aber er ging wieder ohne mich mitzunehmen. Doch dann kam er wieder und kaufte mich, er fuhr gleich mit mir raus, die haben mir noch so ein häßliches rotes Schild hinten rangeschraubt. Was die an den Schildern finden werde ich nie verstehen, ich schüttelte mich so doll ich nur konnte, mein Fahrer bekam einen ganz schönen Schreck, aber das Schild fiel einfach nicht ab. Es war total spannend, da waren viele Motorräder mit vier Reifen drunter. Später erzählte mir ein Motorrad das schon länger auf der Straße fuhr, das man solche Motorräder Auto nannten, ein komischer Name. Ein paar Tage später bekam ich schwarze Schilder, die sahen schon besser aus."

Die große Maschine legte eine Pause ein und schaute das kleine Bike an. "Erzähl bitte weiter, " bettelte die kleine Maschine, " das ist so spannend." "Da draußen gibt es nicht nur Straßen, da gibt es vieles was Du noch nicht kennst, am Straßenrand stehen so große Dinger die die Menschen Bäume nennen, die bewegen sich nie von der Stelle. Mir taten sie leid, immer nur an der gleichen Stelle zu stehen muß sehr langweilig sein. Aber als ich mal so unter einem Baum geparkt wurde erzählte mir der Baum das er seine Aufgaben hat, er spendet den Menschen Luft die sie zum Atmen brauchen und Schatten wenn es draußen zu heiß ist, Vögel können in ihm sein Nest bauen und finden Nahrung in bzw. an ihm. Wieder andere Bäume können noch Nahrung für die Menschen spenden, Äpfel, Birnen und so heißt das dann, allgemein sagen die Menschen Obst dazu." erzählte die große alte Maschine weiter. "Das hört sich alles so richtig schön an, " lächelte die kleine Maschine der großen zu.

"Nein es gibt nicht nur schöne Sachen da draußen, die Straße kann auch sehr gefährlich werden, " brummte das große Motorrad dumpf. Das kleine Motorrad schaute das große an und fragte weiter, " was ist gefährlich, ich kenne das Wort nicht?" "Weißt Du es gibt Menschen die nicht vorsichtig fahren, die durch die Straßen rasen und meine sie haben immer Vorfahrt und so, das ist für uns sehr gefährlich, weil wir kaum die Fehler, die die Fahrer machen, korrigieren können, "antwortet das große Motorrad, " oft geht es gerade noch so gut, wir bekommen beulen und dellen. Manchmal bricht auch etwas von uns ab, aber das können Mechaniker, so heißen die Menschen die uns reparieren können, wieder heilen. Doch es gibt auch solche Unfälle wo wir und die Fahrer kaum eine Cance haben. Mit meinem ersten Fahrer hatte ich auch einen Unfall, er passte nicht an einer Kreuzung auf und ich konnte nichts mehr tun, so vielen wir beiden auf die Seite. Das war im eine gute Lehre, es tat mir zwar sehr weh, aber ihn hatte es schlimmer erwischt. Ein gebrochenes Bein hatte er davon bekommen und das dauerte lange bevor es wieder heile war."

"Oh, das hört sich schlimm an, " sagte die kleine Maschine bedrückt. "Ja war es auch, "antwortet die große Maschine, " aber es gibt viele Motorräder die viel schlimmeres erlebt haben. Die hatten Unfälle wo Ihr Fahrer sehr schwer verletzt wurde und nie mehr fahren konnte, oder es gibt auch viele deren Fahrer durch einen Unfall sein Leben verloren hatte. Meistens waren bei solchen Unfällen auch bei den Maschinen nichts mehr zu machen, sie wurden demontiert und als Ersatzteile an andere verkauft. So einen Unfall habe ich mal gesehen, als wir in einer Gruppe zusammen über die Straße fuhren. Ein Autofahrer hatte nicht aufgepasst und das Motorrad und seinen Fahrer von der Seite voll erwischt. Dem Fahrer war nicht mehr zu helfen, aber das Motorrad konnte gerettet werden. Das Auto schämte sich sehr für seinen Fahrer und wollte gar nicht mehr anspringen."

"Wenn Du an so einen Fahrer kommst, kleine Maschine, mußt du sehr aufpassen auf ihn und dich, also immer Lichter an und den Verkehr beobachten, ja versprich mir das, " meinte das große Motorrad zu der kleinen Maschine. "Ja das verspreche ich dir, " lächelte das kleine Motorrad das große an. "Aber nun wieder zum schönen Teil unseres Lebens, " erzählte die große Maschine weiter, " es macht sehr viel spaß durch die Landschaft zu fahren, so viel zu sehen und zu erleben. Ich war mal am Meer, das ist ein sehr schöner Ort. Nur da reinfahren darfst du nicht, dann gehst du unter, weil du nicht zum schwimmen gebaut wurdest, dafür gibt es andere die die Menschen Boote nennen. Aber da zu stehen und aufs Meer zu schauen macht sehr großen spaß, wenn das Wasser so ans Land schwappt und die Boote so über das Wasser schwimmen. Lustig ist es auch wenn sich unsere Fahrer ihre Haut ausziehen, die sie Kleidung nennen. Die sehen ohne Kleidung immer sehr komisch aus und ziehen so kleine Kleidungen die sie Badezeug nennen an. Haben so eine komische Hautfarbe und qitschen immer so urig wenn sie die Füße ins Wasser tauchen."

"Einmal mußte ich lachen, da zog so ein Mensch so eine Badehose an und sprang ins Wasser, da rutschte dem die Hose bis zu den Knöcheln runter. Er bekam so einen roten Kopf, sah fast wie mein rotes Rücklicht aus, " lachte die große Maschine bei der Erinnerung auf. Auch die kleine Maschine mußte lachen. So verging die Zeit mit Gesprächen und ehe sie sich versahen ging der Morgen ins Land. Da kam der Besitzer des Ladens und machte die Tür zum Lager auf, er kam mit zwei anderen Menschen rein und der kleinere von denen schaute sich die kleine Maschine an. Man sah ihm an das das kleine Motorrad ihm gefiel, der andere der Vater hieß lächelte und sagte zu dem Besitzer des Ladens etwas. Der kleinere bekam einen Schlüssel und steckte ihn in das Schloß der kleinen Maschine. Das kleine Motorrad konnte gerade noch tschüß zu der großen rufen, da wurde sie auch schon aus dem Lager gefahren. "Pass auf dich auf, " rief die große Maschine noch hinterher, " vielleicht sehen oder treffen wir uns ja mal wieder irgendwo auf der Straße."

Noch nach zwei Jahren fragte sich die kleine Maschine was wohl aus der großen geworden ist und ob ein Mensch sie gekauft hat, oder ob sie immer noch da im Lager stand. Mittlerweile hatte die kleine Maschine viel gesehen und erlebt, sie war immer noch so glücklich wie an dem Morgen als sie gekauft wurde. Oft dachte sie an die große Maschine die ihr damals so lieb durch die Traurigkeit durchgeholfen hatte. Immer wenn die kleine Maschine andere Motorräder traf, fragte es ob jemand die große Maschine kennt und sie vielleicht irgendwo auf der Straße gesehen hat. Doch keiner den sie traf wußte was über die Maschine. Eines Tages stand sie mit anderen Motorrädern auf einem Parkplatz weil sich die Fahrer dort trafen und hörte ein brummen näherkommen. Als sie Richtung brummen schaute sah sie die alte große Maschine näherkommen. Der Fahrer hielt genau neben der kleinen Maschine an und stieg ab um zu den anderen Fahrern zu gehen. Voller freude lachte die kleine die große Maschine an und sagte, " schön das ich dich endlich wiedersehe, ich wollte doch noch danke sagen, das du damals so lieb zu mir warst." Lächelnd antwortete das große Motorrad, " siehst du jeder wird gebraucht und irgend jemand liebt einen immer so wie man ist. Man muß nur Geduld haben und warten können dann kommt die Zeit für jeden um wirklich geliebt zu werden. Danken brauchst du mir nicht, aber wenn du mal auf ein kleines Motorrad triffst dem es genauso wie dir damals ging, helf ihm genauso, das ist der beste Dank den ich mir wünschen kann"

 

"Das kleine Bike-Frühlingsgefühle"

Heute fing der Frühling im Kalender an, aber sei Tagen hörte man überall schon Maschinen über die Straßen brausen. Auch ein junger Biker ging mittags auf seine Garage zu und holte seine Maschine raus, richtig das kleine Bike, das schon ganz aufgeregt auf die Tour wartete. Das Bike schüttelte sich den Staub der letzten Nacht vom Sitz und der junge Biker schmieß sie an. Voller Freude sprang die kleine Maschine an, röhrte laut auf und fuhr los. Raus auf die Straße über den Asphalt durch den strahlenden Sonnenschein. Der Biker und das Bike fuhren mal schneller und mal langsamer durch die schöne Landschaft.
Am Ziel angekommen stellte der junge Biker seine Maschine zu den anderen die schon da waren und ging zu seinen Kumpels rüber. "Na kleiner, schön wieder durch die Straßen zu düsen, wa", meinte eine der anderen Maschinen zu der Kleinen. Das kleine Bike strahlte mit der Sonne um die Wette und erwiderte; "ja und wie, ich hab mich schon die letzten Wochen wie wahnsinnig darauf gefreut". Da linste das alte Bike um die Ecke und grinste;" Na, kennste mich noch?" "Wow super, ist das toll dich hier zu treffen" jubelte die Kleine, "damit habe ich aber nicht gerechnet, dich so schnell wieder zu treffen". "Ne ich auch nicht", sagte die alte Maschine, "aber ich finde es super, hab die letzten Monate oft an dich gedacht, erzähl mal was du letztes Jahr so erlebt hast?"

"Oh, eine Menge. Ich weiß jetzt gar nicht wo ich anfangen soll. Mein Fahrer ist mit mir viel herum gefahren, zu Treffen, zu Veranstaltungen und vieles mehr. Ich habe viel neues erlebt und gesehen. Am schönsten war das ich viele Freunde gefunden habe, viele andere kleine Maschinen wie ich eine bin, wußte gar nicht das es so viele Fahrer gibt die solche kleinen Maschinen wie mich mögen, " lächelte das kleine Bike glücklich.
"Na hört sich doch klasse an, " meinte die alte Maschine, " hab ich doch recht behalten was ich damals sagte". Das Kleine grinste zur alten rüber, " Ja und ich bin froh dich damals kennengelernt zu haben, ich habe allen von dir erzählt, du bist bei den kleinen Maschinen schon richtig bekannt." Würde das funktionieren, wäre die alte Maschine jetzt knallrot geworden. "Oh, " entschlüpfte ihr verblüfft, "danke." "Naja du hast recht gehabt, " erzählte die kleine Maschine weiter, "es gibt nicht nur schönes. Ich hab auch schon so manches gesehen, aber nicht so schlimmes wie du mir in der dunklen Halle erzählt hast. Überwiegend war es einfach nur herrlich letztes Jahr. Wir sind sogar in die Berge gefahren, wow warn das Straßen und Kurven. Dort ganz oben auf einem Berg, die können ja ganz schön hoch sein, lag sogar Schnee und das obwohl es warm war. Ich habe vorher noch nie Schnee gesehen, ich stand ja im Winter immer in der Garage, aber das war witzig. Manchmal bin ich sogar ausgerutscht und kalt war der, brrrr." Die anderen Maschinen mußten lachen, "Ja Kleiner so reagiert jeder von uns wenn er zum erstenmal Schnee sieht, " lachte eine der Maschinen, "aber da gewöhnt man sich drann."


Die alte Maschine lächelte das kleine Bike an und sagte, " Ich freu mich das dir das Leben so gefällt, so sollte man es auch machen. Nie das positive im Leben aus den Augen verlieren, sondern immer an eine schöne Zukunft glauben." Alle Maschinen nickten zustimmend. "Wist ihr was sehr lustig letztes Jahr war, " grinste die Kleine die anderen an, " wir sind zu so einem Training gefahren für Anfänger. Erst hab ich nicht verstanden was das soll, aber dann habe ich gesehen wie man bremsen lernte und wie man in Gefahrensituationen reagieren sollte. Das war sehr interessant, aber manche haben sich schon komisch angestellt. Da war eine Bikerin (Carla...), die traute sich nicht eine Vollbremsung zu machen und nahm schon viele Meter vorher ihre Beine runter. Was die anderen Fahrer zum lachen brachte, da das ja dann keine Gefahrenbremsung mehr war. Die Maschine wo sie drauf saß fing schon an sich zu schämen, aber konnte die Bikerin doch noch dazu bringen die Beine länger oben zu lassen."
"Das ist am Anfang auch nicht leicht, man muß schon sehr dafür üben um das hinzubekommen. Das kann kein Biker so aus dem efef, " erklärte die alte Maschine, " da hab ich auch schon einige Anfänger erlebt. Ich hab mal einen gesehen, der meinte den Seitenständer runtergemacht zu haben und schon lag die Maschine auf der Seite, weil er es doch vergessen hat. Da haben sich die anderen ganz schön lustig drüber gemacht. Zugegeben wir Maschinen mußten auch lachen, außer die die umgekippt ist, die war beleidigt."

Langsam kamen die Biker zu ihren Maschinen zurück, der schöne Tag neigte sich dem ende entgegen. Die Maschinen verabschiedeten sich nach und nach voneinander. "Ich hoffe wir treffen uns dieses Jahr nochmal wieder, " meinte das kleine Bike zu der alten Maschine, " es war toll dich wieder getroffen zu haben. Vielleicht kann ich dich dann auch mal anderen kleinen Maschinen vorstellen, viele würden dich gerne mal kennenlernen." Die alte Maschine anwortete lächelnd, "Wir werden uns sicher noch dieses Jahr sehen, dein Fahrer und meiner sind ja befreundet, da trifft man sich immer mal wieder. Vielleicht machen wir ja auch mal eine gemeinsame Tour und können den ganzen Tag oder ein ganzes Wochenende quatschen. So jetzt wünsch ich dir eine gute Heimfahrt und pass auf dich auf, ja."
"Ja mach ich, " grinste die Kleine, " ich pass auf mich und meinen Fahrer auf, er ist schon sehr vernünftig. Manchmal gehn die Pferde mit ihm durch, aber so schnell bin ich dann ja doch nicht, das es für ihn gefährlich werden könnte. Ab und zu macht es ja auch spaß mal schneller durch die Gegend zu heizen, gerade in den Bergen hat es super spaß gemacht, so durch die Kurven zu fahren, mit den Fußrasten fast am Boden. Obwohl am Anfang kam mir schon der Angstschweiß raus. Gerade wenn man vom Berg wieder runterfährt, sieht es komisch aus, so bergab zu gucken. Oh, man, da fragt man sich ob die Bremsen das auch mitmachen. Nach ein paar unsicheren Minuten wußte mein Fahrer aber wies geht und fuhr sehr gut, nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam und wußte wann man vor ner Kurve bremsen sollte. Wenn man es richtig macht, macht es wahnsinnig viel spaß. Die Bergtour werde ich so schnell nicht vergessen. So tschüß und pass auch auf dich auf."

Schon fuhren sie los, jeder in seine Heimatrichtung, aber ihnen war klar das sie sich noch oft sehen würden und freuten sich darauf.
Langsam ging die Sonne unter, die Heimfahrt war richtig schön. Beide, der Fahrer und das kleine Bike, ließen den Tag nochmal an sich vorbei ziehen und konnten die restliche Saison kaum abwarten. Als sie zu Hause ankamen, stellte der junge Fahrer sein kleines Bike nicht in die Garage, sondern ließ es draußen davor stehen. Das kleine Bike freute sich darüber, weil es wußte das morgen wieder eine Tour gemacht wurde und schaute träumend zum Sternenhimmel hinauf. So nach und nach erschienen am Himmel immer mehr Sterne, aber das bekam die kleine Maschine schon nicht mehr mit, es träumte schon vom nächsten Tag.

 

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